Die Vorstellung das einem Radiosender vom Staat vorgeschrieben werden soll, das er 35% oder mehr deutschsprachige Musik spielen MUSS, finde ich ganz graussig.
Es geht um die deutsche Sprache und darum das Menschen dazu gebracht werden sollen wieder mehr in Deutsch zu singen. Hierbei habe ich gerade in der Popmusik das Gefühl, das sich in den letzten 10 Jahren sehr viel getan hat und das sogar das Image in deutsch zu singen sehr positiv besetzt ist. Alles ohne Quote und Zwang. Wenn eine Band sich entscheidet eben in einer anderen Sprache zu singen, um z.B. ein internationales Publikum besser ansprechen zu können, dann finde ich dies legitim und im Rahmen der Globalisierung auch fast erstrebenswert.
Quantität ist nicht gleich Qualität!
Mit Sicherheit gibt es auch in Deutschland eine Menge Musik in deutscher Sprache die ohne frage gut ist oder die es verdient auch im Radio gespielt zu werden. Aber es gibt auch eine Menge “scheiß”, und das wahrscheinlich für jeden Geschmak. Was ist wenn ich zu einem Thema aber nciht genug Deutsche Musik finde, müssen dann andere Sendungen das wieder ausgleichen? Sehr fragwürdig. Ich fördere so vorallem einen Einheitsbrei und ausflüge in Nischen und Ausgefallene richtungen werden dann bald vielleicht sogar eine Straftat sein.
Mit einem solchen gesetzesvorhaben schreibt man seinem Volk vor was es zu hören hat. Und warum soll ich einem Menschen der eben keine Deutsche Musik mag zwingen diese zu hören. Dann müsste man eben wirklich eine Quote auch für andere Sprachen einführen, um neben der Deutschen Sprache auch noch andere Sprachen zu fördern und zu schützen.
Für Europa würde das z.B. so aussehen können, dass wir uns einfach anhand der Bevölkerung eine prozentuale Gewichtung der Staaten errechnen und nach diesem Schlüssel muss dann in jeder Sprache Musik gespielt werden. So hören wir dann täglich Musik auf deutsch, französisch, spanisch, grichisch, schwedisch, polnisch usw., alles super für das Europagefühl?
Wenn eine solche Regelung für den öffentlich rechtlichen Radiobetrieb gilt, der eine allgemeine Grundversorgenung darstellt, ist das ja etwas anderes, als wenn ich das für alle fordere. Ansonsten mache ich es unmöglich Radiosender zu gründen, die sich eine Niesche gesucht haben. Und der Markt ist nun mal so, das besonders diese Nischen, gerade für kleine Anbieter, von größter wichtigkeit sind.
Der Staat hat die Finger davon zu lassen über soetwas zu entscheiden. Wenn er seine Verantwortung nicht wahrnimmt in den Schulen die Begeisterung für die deutsche Sprache zu erwecken und den Menschen Lust macht sich in dieser Sprache auszudrücken, dann ist es ein hohn dies von anderen zu verlangen.
Das französische Vorbild ist mir nach gut in erinnerung und ich habe sechs Monate in Paris gelebt. Davon halte ich gar nichts. Es erscheint mir wie ein Ruf nach einer Nation, nach Protektionissmuss. Ich denke wir sollen alle Cosmopoliten werden und so weltoffen, wo bleibt da die Förderung der andersartigkeit. Wobei wir Deutschen dabei im Europavergleich sehr gut abschneiden, was die Qualifikation in Fremdsprachen und Reiselust angeht.
Die Disskusion müsste anders geführt werden als über Radioquoten.
Denn die Leute die soetwas vordern die Vordern als nächstes auch noch ein Amt nach Französischen Vorbeild zum schutze der Sprache an sich. Dann heisst háuch blad der Computer nicht mehr Computer sondern Rechnemaschiene und die CD heisst dann KS für kompakte Scheibe usw. . na da freuen wir uns doch auf die Zukunft.
So ist das wenn man glaubt sich unmündige Bürger zu erziehen, dann muss man auch immer auf sie aufpassen, die Dummerchen, nicht dass sie noch etwas dummes tun.
Angeregt durch den Artikel von Her mit der französischen Radioquote! auf Telepolis.
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